Mit dem Wohnbauprojekt in der Sagedergasse in Wien wurde mit Solararchitektur auf ein sehr langes Grundstück reagiert, das nur von der schmalen Südseite Sonne bekommt. Das Bürohaus Gleisdorf: für eine Firma, die sich auf die Technik der erneuerbaren Energien spezialisiert hat und dies auch mit dem Gebäude nach Außen trägt.

Mit einem Kollektordach sowie einem Photovoltaik-Vordach sollte die Sonnenenergie, die sonst auf dem Asphalt der nördlichen Straße verloren ginge, für das Wohnprojekt genutzt werden. Lüftungswärmerückgewinnung, Luft-Erde-Wärmetauscher, Warmwasserkollektoren etc. wurden ebenfalls in die Gebäudetechnik integriert. Südlich ist dem Dachgeschoß jeweils ein Wintergarten, der seitlich in das Schlafgeschoß heruntergezogen ist, vorgestellt und eine Terrasse vorgelagert. Dieses Öffnen zur Sonne bedeutet auch ein Öffnen der Architektur mit allen sich daraus ergebenden Tageslichtqualitäten.
Bauträger | AH (Gemeinnützige Siedlungs-Genossenschaft Altmannsdorf-Hetzendorf), Wien |
Fertigstellung | 1998 |
Im Bürohaus Gleisdorf erhält das Glashaus zusätzlich eine Funktion als Kontrastraum zum Büro. Den Konditionen des Bürobereiches wie diffuses Tageslicht, sehr stabile Temperaturen, der überwiegend sitzenden und auf die Arbeit konzentrierten Tätigkeit vor dem Bildschirm, wird der Wintergarten als "Kontrastbereich" gegenübergestellt: Hohe Erlebnisqualität, Orientierung nach außen, schwankende Temperaturen (auch als "Kreislaufanreger"), direktes und wechselhaftes Sonnenlicht, weite Ausblicke, Stiegensteigen und einfache Kommunikation sind Qualitäten dieses Bereiches, die auch der Gesamtqualität und Produktivität des gesamten Büros zugute kommen sollen. Zugleich ist dieser "Glasbereich" inklusive der gläsernen Warmwasser-Kollektoren und der gläsernen Photovoltaik auch Bereich der Selbstdarstellung des Auftraggebers - ein Büro, das sich auf die Technik der erneuerbaren Energien spezialisiert hat.
Ein Bau vollständig aus Holz (Massivholzplatten für Wände und Decken sowie Holzweichfaserdämmplatten), eine "Betonspeicherwand" und die komplette Besonnung über Glas in Energie umgesetzt, sind Bauteile, welche die ökologische Grundkonzeption klar und direkt umsetzen lassen, klare Architekturelemente sind und für mich moderne Architektur in typischer Weise darstellen.
Bauträger | LiebBau Weiz GmbH & Co. KG |
Fertigstellung | 1999 |
Gebäudefläche | 793 m² |